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Beiträge mit KI schreiben: Warum du dich vor einem leeren Eingabefeld jedes Mal neu erklären musst
KI-Modelle erinnern sich von Haus aus nicht an frühere Gespräche. Auch Dienste mit Gedächtnisfunktion arbeiten so, dass gespeicherte Notizen wieder mit in das Gespräch gegeben werden. Das Modell kennt nur das, was in diesem Moment im Eingabefeld steht.
Deshalb hört man von Leuten, die Social-Media-Beiträge mit KI schreiben, oft dasselbe: Jeder Beitrag beginnt damit, sich erneut vorzustellen. Worüber du schreibst, wie du klingst, welche Formulierungen du nie benutzt, worauf dieser Beitrag beruht. Fehlt etwas davon, kommt der Entwurf zurück, als hätte ihn irgendwer geschrieben.
Die drei Dinge, die du immer wieder eintippst
- Deine Stimme. Ein Tool, das nicht weiß, wie du klingst, schreibt in seinem eigenen Ton. Du erklärst ihn in jedem Prompt oder korrigierst das Ergebnis von Hand.
- Deine Regeln. Die Wörter, die du meidest, und das, was in jedem Beitrag vorkommen muss, stecken nur in deinem Kopf.
- Deine Quellen. Den Artikel von letzter Woche oder die Notiz aus dem Zug musst du erst wiederfinden und einfügen, bevor es losgehen kann.
Jedes für sich ist nicht schwer. Wiederholt man es aber mehrmals pro Woche auf mehreren Kanälen, dauert das Erklären laut vielen irgendwann länger als das Schreiben. Dann kommt der Tag, an dem du das Erklären auslässt, und der Entwurf dieses Tages liegt weiter von deiner Art zu schreiben entfernt.
Erst ein Ort, dann ein besserer Prompt
Der übliche Rat lautet, das, was du ständig neu erklärst, einmal an einer Stelle aufzuschreiben und wiederzuverwenden. Eine Notiz mit der Beschreibung deiner Stimme, ein paar Beispielbeiträgen und einer Liste von Wörtern, die du meidest, fügst du dann bei jedem Schreiben ein.
Das funktioniert, hat aber eine Schwachstelle: Das Einfügen bleibt an dir hängen. An vollen Tagen fällt es weg, und in manchem Kanal landet eine veraltete Fassung.
In dem Tool, das ich gerade baue, habe ich das auf zwei Orte verteilt, die das Tool bei jedem Entwurf selbst liest. Was sich von Beitrag zu Beitrag nicht ändert, kommt ins Markenprofil: eine Beschreibung deiner Stimme, bis zu fünf eigene Beispieltexte, bis zu 30 verbotene Wörter und bis zu 20 Regeln, an die sich jeder Beitrag hält. Was du ausfüllst, fließt in die Anweisungen für jeden Entwurf ein. Die Beispiele sollen den Rhythmus treffen, und sie kommen mit der ausdrücklichen Anweisung, sie nicht zu kopieren. Was sich von Beitrag zu Beitrag ändert, kommt ins Material: Notizen, Links und abonnierte Feeds sammeln sich dort, und wenn du einen Link hinzufügst, wird der Text der Seite gelesen und angehängt. Beim Schreiben wählst du für einen Beitrag bis zu fünf Material-Einträge aus.
Was trotzdem bei dir bleibt
Wenn der Kontext schon da ist, wird der erste Entwurf nicht automatisch zum fertigen. Du liest ihn, überarbeitest ihn und entscheidest, wohin er geht. Weg fällt der Schritt davor: einem Tool zu erklären, wer du bist, obwohl es sich das lieber gemerkt hätte.
Wenn du einen Beitrag an die KI abgibst: Wie viele Sätze tippst du, bevor du bei dem ankommst, was du eigentlich sagen willst?
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